Anorexia Nervosa

Definition:

Anorexia stammt aus dem neulateinischen und bedeutet so viel wie Appetitlosigkeit. Nervosa weißt auf die psychischen Ursprünge der Krankheit hin. Eigentlich ist der Begriff Anorexia nervosa eine Fehlbezeichnung, denn die Betroffenen verspühren Hunger, doch sie unterdrücken ihn.

Magersucht ist eine Psychosomatische erkrankung. Dies bedeutet, dass Psychische Prozesse mit körperlichen Prozessen in Wechselwirkung stehen und sich gegenseitig beeinflussen. Dies beudeutet im Klartext, das durch die panische Angst zu dick zu wreden und zuzunehmen (psychischer prozess) das Verhalten ausgelöst wird, weniger zu essen und somit eine Gewichtszunahme zu verhindern oder auch eine Gewichtsabnahme erfolgen zu lassen (körperlicher Prozess). Es ist aber immer noch nicht geklärt, in welchem Ausmaß die körperlichen Prozesse zu den seelisch-psychischen Prozessen stehen (Leib-Seele-Problem)

 

 

Wichtige Diagnosekríterien für Anorexie:

1. Gewichtsverlust vo 20 % vom Ausgangsgewicht innerhalb kurzer Zeit (ca. 3-4 Monate)

2. Gewichtsverlust ist selbst herbeigeführt und nicht durch eine organische Erkrankung hervorgerufen wie z. B. eine Störung im Schilddrüßenhormonhaushalt.

3. Extreme Angst vorm Zunehmen

4. Keine Krankheitseinsicht

5. Körperschemastörung

6. Gedanken sind Fixiert auf Essen, die Kalorien, das Gewicht und alles was da drum herum ist (zwangsgedanken)

7. Exzessive sportliche Betätigung

 

Häufigkeit und Auftreten der Anorexie:

Die Magersucht beginnt typischerweiße im frühen bis mittleren Jugendalter. Meistens in Verbindung mit einer Diät und nach einem belastenden Ereignis. Frauen sind in etwa 10 mal häufiger betroffen als Männer.

 

Verbindung zu anderen Erkrankungen:

Bei Anorektikern sind gehäuft auch Depressionen, Zwangserkrankungen, Phobien, Panikstörungen, Alkoholmissbrauch und verschiedene Persönlichkeitsstörungen zu beobachten ( z. B. Borderline)

 

 

Gefühlsleben der Magersüchtigen:

Sie haben panisch Angst zuzunehmen

Sie fühlen sich ihrer Umwelt überlegen, denn sie sind diszipliniert und alle anderen Menschen stopfen die Nahrungsmittel unkontrolliert in sich hinein

Wenn sie von der Außenwelt Lob und Anerkennung für ihre Gewichtsabnahme bekommen, fühlen sie sich stolz und sind in einer Euphorie, noch mehr abzunehmen.

 

Gedankenwelt der Magersüchtigen:

Sie fühlen sich zu dick, auch wenn ihr Körper längst nur noch Haut und Knochen ist (das nennt man in der Fachsprache Körperschmastörung, Die Betroffenen haben ein völlig falsches Bild von ihrem Körper. Die Wahrnehmung ist verzerrt)

In Gedanken zählen die Betroffenen Kalorien (was darf ich essen, wie viel darf ich essen, wie viel muss ich essen um noch mehr abzuehmen?) die Kalorien bestimmen die Gedankenwelt der Betroffenen

 

Verhaltensweisen aufgrund ihrer Gefühle und Gedanken

Sie essen kaum etwas, nur das nötigste, manchmal auch garnichts (diese verhaltensweiße entsteht aus dem Gefühl zu dick zu sein und der panischen Angst zuzunehmen)

Die Betroffenen kauen viel Kaugummi und trinken viel Wasser um dem Hungergefühl zu entkommen

Sie löffeln viel Tee, Suppen oder Säfte um sich die Illusion des Essens zu verschaffen

Die betroffenen treiben übertrieben Sport (muss aber nicht bei jedem Betroffenen so sein)

Die Betroffenen wiegen sich mehrmals Täglich und wenn die Waage nur ein paat gramm mehr anzeigt, bricht für sie meist eine Welt zusammen

Sie vermeiden Situationen in denen sie mit anderen Menschen essen müssen

 

Positive Eigenschaften der Betroffenen

Trotz ihrer Auszehrung sind die Betroffenen meist sehr ehrgeizig und leistungsfähig. Nich selten sind sie die Klassenbesten in der Schule oder üben einen sehr angesehenen Beruf aus (z. B. Arzt oder sowas)

 

Wahrnsignal auf die geachtet werden sollte

Die Betroffenen frieren ständig und packen ihre Kleidung in mehrere Schichten Klamotten (oft sogar im Hochsommer)

Rassante Gewichtsabnahme in kurzer Zeit

Mehrmaliges wiegen am Tag

Die Menstruation bleibt aus, ohne das ein medizinischer Grund vorliegt

Die Betroffenen entwickeln umständliche Essensrituale (z. B. Essen zu besonderen zeiten, genaue Grammzahlen abwiegen, usw.)

Sehr extremes Sportprogramm

Die Betroffenen kochen oft für andere, aber essen selbst nie was davon. Sie lesen mir vorliebe gerne Kochbücher oder sammeln Kochrezepte

 

Erklärungsmodelle für die Anorexie

Es gibt verschiedene Ansätze die versuchen zu erklären warum eine Person überhaupt eine Anoerexie entwickelt. Ob diese Theorien stimmen oder nicht, kann man nicht sagen. Es sind eben nur Theorien

1. Als erstes gibt es die Theorie, das die Magersucht zur Abwehr der sexuellen Wünsche steht und wieder in die heile Welt der Kindheit zurück zu kehren. Sexualität wird gar nicht wahrgenommen oder ist mit extremem Ängsten verbunden. Als beweis für diese Theorie wird aufgezeigt das die Menstruation ausbleibt und die Geschlechtsmerkmale verschwunden sind (eben ganz wie bei einem Kind)

2. Im zweiten Modell wir die Anorexie als Kampf um Autonomie gesehen. Die Betroffenen fühlen sich oft ohnmächtig und machtlos und durch die Kontrolle des Hungers und des eigenen Körpers erlebt sich der Betroffene als eigenständige Person die die Kontorlle über sich hat

3. Im dritten Modell wird die familiäre Seite betont. In Anorexiefamilien herrscht ein übertriebenes Streben nach Harmonie. Durch die Erkrankung lenken die Betroffenen von anderen Konflikten und Spannungen die innerhalb der Familie herrschen ab.

 

Mögliche Folgen der Anorexie

Niedriger Blutdruck und eine niedrige Herzfrequenz

Nieren-Magen-Darmprobleme

Die Knochenmasse schwindet

trockene Haut

die Nägel können brüchig werden

der Hormonhaushalt verändert sich

es kann eine leichte Blutarmut auftreten

harre können dünner werden und ausfallen

Lanugobehaarung (feine Haare am ganzen Körper, besonders stark an den Unterarmen)

Die Hirnmasse schrumpft

Es treten häufig Störungen im EEG auf

Die Menstruation ist verändert oder bleibt aus

 

Ausreden und Selbstverleugnung

Magersüchtige sind extrem gut, wenn es darum geht, Ausreden zu erfinden, damit sie nichts essen müssen. Sie erzählen zum Beispiel sie hätten schon gegessen, haben keine Hunger, sie leiden unter Magenschmerzen oder Völlegefühl oder erfinden sogar Lebensmittelallergien. Die Palette der Ausreden ist lang. Uns es werden immer weitere Ausreden erfunden.

Das schlimmste der ganzen Geschichte ist das die Betroffenen sich selbst verleugnen und ihre Körperlichen signale nicht ernst nehmen oder diese überhören

Tipps und Tricks der Betroffenen

Magersüchtige haben sich eine eigenen Überlebensstrategie entwickelt, wenn es darum geht, um das Essen herum zu kommen. Sie sortieren und zerlegen z. B. die Nahrung auf dem Teller, schneiden Fettränder ab, lassen essen verschwinden z. B. in einer Servette oder täuschen das Kauen vor und spucken dann in einem unauffälligen Moment die Nahrung in eine Servette und die Umwelt denkt, sie tupfen sich nur den Mund ab.

 

 Jetzt hier noch was, was ich in einem Schulbuch aus der Bücherei gelesen hab:

Camilla war 21 als sie starb. Sie wog noch 22kg. Die Menschen in ihrer Umgebung hatten hilflos mit ansehen müssen, wie sie aus dem Leben schwand, sich buchstäblich in Luft auflöste. Sie war ein schönes Mädchen gewesen, voll fantastischer einfälle und Feingesponnener ideen. Aber unzugänglich, wenn sie jemand am verhungern hindern wollte. Fünf jahre hatte ihr Kampf gegen das Essen gedauert. Schließlich wollte sie mit der Nahrungsaufnahme überhaupt nichts mehr zu tun haben. War allenfalls bereit sich über eine Sonde ernähren zu lassen. 600 kcal täglich reichten ihr. SIe wusste, das es zu wenig war. Erst vier Tage vor ihrem Tod entdeckte sie, das sie am leben hing. Tragische szenen auf der Intensivstation: "Rettet mich!" "Helft mir"                                                                                                        

 Camilla starb an Magersucht!

 

 

 

   


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